Fundanzeige Erläuterungen  |  Impressum
Die Pflichten des Finders
Der Gesetzgeber hat dem Finder eine Reihe von Pflichten auferlegt.
Die Anzeigepflicht
Kennt der Finder den Verlierer oder den Eigentümer oder einen sonstigen Empfangsberechtigten, so muss er diesen unverzüglich (d.h. ohne schuldhaftes Zögern) davon in Kenntnis setzen. Kennt der Finder keinen Empfangsberechtigten oder ist ihm der Aufenthalt unbekannt, so hat er der Fundbehörde unverzüglich Anzeige zu erstatten (auch telefonisch möglich).
Ausnahme: Bagatellfunde, mit einem Wert von bis zu EUR 10,00.
Die Verwahrungspflicht
Der Finder ist zur sachgemäßen Verwahrung des Fundgegenstandes und somit auch zur Erhaltung verpflichtet. Dies gilt insbesondere auch für die Pflege und Fütterung bei einem Tier.
  • Der Finder kann sich von dieser Pflicht befreien, wenn er den Fundgegenstand bei der Fundbehörde abliefert.
Die Herausgabepflicht
Der Finder braucht den Fundgegenstand nicht an den Verlierer abzuliefern, d.h. diesem zu bringen, auch wenn er ihn kennt. Er hat ihn aber, wenn er bei ihm abgeholt wird, herauszugeben.
Die Ablieferungspflicht
Solange der Finder den Fundgegenstand in Verwahrung hat, ist er auf Anordnung der Fundbehörde zur Ablieferung verpflichtet. Hier handelt es sich um eine Bringschuld des Finders. Mit der Ablieferung enden die Verpflichtungen des Finders.
Die Rechte des Finders
Der Gesetzgeber gewährt als Ausgleich auch gewisse Rechte.
Das Ablieferungsrecht
Der Finder kann sich von seinen Pflichten dadurch befreien, dass er den Fundgegenstand bei der Fundbehörde abliefert, obwohl er nicht von dieser zur Ablieferung aufgefordert wurde.
Der Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen
Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten (dem Verlierer) Ersatz für seine Aufwendungen verlangen (z.B. Zeitungsanzeigen, Futterkosten bei Tieren)
Der Anspruch auf Finderlohn
Der Finderlohn richtet sich nach dem Wert der Sache:
  • bei Tieren: 3 %
  • bis EUR 500,00: 5 %
  • Mehrwert von EUR 500,00: 3 %
Fund in Behördenräumen:
  • unter EUR 50,00 kein Finderlohn
  • EUR 50,00 und mehr: jeweils die Hälfte des normalen Finderlohns
Die Fundsache ist 6 Monate aufzubewahren. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Pflicht der Finder oder das Fundamt übernimmt. Hat sich während dieses Zeitraums der Verlierer nicht gemeldet, verliert dieser sein Eigentum an der Sache. Der Finder hat bereits bei der Anzeige des Fundes die Möglichkeit, seinen Eigentumserwerb an der Fundsache geltend zu machen. Der Fund geht dann nach dem genannten Zeitraum in sein Eigentum über. Hat er die Fundsache bei der Fundbehörde abgegeben, wird er zur Abholung aufgefordert. Allerdings muss er dann eine Fundgebühr, deren Höhe sich am Wert der Sache misst, entrichten. Diese Gebühr entfällt, wenn er die Aufbewahrung selbst übernimmt. Aber: Die Pflicht der Anzeige bleibt bestehen!
Bitte bedenken Sie, dass die gemachten Angaben zwar grundsätzlich zutreffen aber nicht zwingend bindend sind. Es gibt immer wieder Einzelfälle, bei denen abweichend von dieser Richtlinie entschieden werden muss.
Sie finden das Fundbüro am Luitpoldplatz 13 zu den bekannten Öffnungszeiten oder unter Tel.: 0921 25-1357, E-Mail: fundbuero@stadt.bayreuth.de